Spuren #9 – Wochenende

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Wochenende

© Solminore
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17 Gedanken zu “Spuren #9 – Wochenende

  1. Passt perfekt: Heute fängt mein Wochenende an. Und meine einwöchigen Ferien auch gleich.
    Ob das nun ein Putzlappen oder der Lappen einer Kümstlerin ist: auch das passt beides zu meinem Heute.

    Und ganz abgesehen von meinem mag ich dieses Bild einfach sehr: Diese Spuren sprechen von lustvoller Arbeit.
    Ein Stillleben nach meinem Geschmack.
    Danke, Solminore, dass du wieder mitmachst!

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  2. Zum Bild mag ich gar nichts sagen; ich beobachte an mir: Ohne Näheres zu wissen über die Entstehung, scheint es mir sehr privat; ich schlage die Augen nieder und lächele dabei, weil es natürlich Erinnerungen weckt. (Sehr privater Natur.)

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  3. Spuren entstehen durch Berührung, also stofflich, d.h., sie zeigen sich im und am Material. Auch hier muss es am Laken und Handtuch einen Kontakt gegeben haben, doch was für einer und von wem verursacht? Die sichtbaren Spuren sind uneindeutig: Regel- oder Zwischenblutung, Verletzungen, Farbe … Der Titel lenkt die Assoziationen auf ein zeitliches Ereignis, doch dessen Inhalt bleibt ohne Zusatzinformationen letztlich nicht zu ermitteln. Das Ereignis ist vergangen, der physische Kontakt vorbei, und die Spuren, die darauf verweisen, können vom Betrachter nicht vollständig verstanden werden: Sie bleiben problematisch, unsicher, offen.

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    1. Spuren gehören zu den indexischen Zeichen, also denjenigen, deren Ausdrucksseite auf den Inhalt infolge einer kausalen Verknüpfung verweist. Doch scheint mir bei Spuren immer ein Element zeitlichen Nacheinanders zu gelten. Wir würden nicht sagen, daß Fieber und Ausschlag die Spur der Masern sind, oder Rauch die Spur des Feuers. (Asche dagegen schon.)

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  4. mir geht es wie Lakkritze, dieses Bild erinnert mich an Privates, mal mehr, mal weniger schön, auf jeden Fall mit etwas Scham besetzt und da frage ich mich schon: wieso eigentlich immer noch?
    ein Klassebild und mutig dazu!
    schön, dass du wieder in der Runde bist 🙂
    <3liche Grüsse Ulli

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    1. Ich denke, Ulli hat recht: wieso Scham? Wo kommt die her? Wenn mir Ihr Bild die Röte in die Wangen treibt (immerhin mit Amüsement), ist das dann, weil ich Ihnen was unterstelle? Oder auch nur: zutraue? Es könnte ja auch alles ganz anders sein.

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      1. Zurückgefragt: Müßte ich mich nicht schämen, der ich etwas so Intimes ausstelle? Wieso schämt sich der Betrachter? Was ist das für eine Scham? Sie vermuten, die Scham der Unterstellung. Aber angenommen, Sie unterstellen richtig: Löst dieses Wissen dann die Scham auf?

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      2. Darüber habe ich nun nachgedacht. Wenn Ihr Bild Scham auslöst (oder ich Ihre Wahl mutig finde), ist das natürlich meine Sache, die der Betrachterin. Und da bin ich wieder bei Ulli: wieso? Vielleicht ein Niederschlag von tausend kleinen blöden Erlebnissen? Umso erfrischender will mir Uwes Menstruationsgedicht erscheinen. Schön ist das; und danke für Ihr denkanstößiges Bild.

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  5. Ein lyrischer Nachtrag, beim Surven unter dem Stichwort „Menstruationsgedicht“ gefunden:

    Johann von Besser
    (1654-1729)

    Nicht schäme dich / du saubere Melinde /
    Daß deine zarte reinligkeit
    Der feuchte mond verweist in eine binde /
    Und dir den bunten einfluß dräut.
    Der grosse belt hegt ebb‘ und flut /
    Was wunder / wenns der mensch der kleine thut.

    Die röthligleit bei deiner bunten sachen
    Hat niemahls deinen schooß versehrt.
    Wie muscheln sich durch purpur theuer machen /
    So macht dein schnecken-blut dich werth.
    Wer liebt ein dinten-meer wohl nicht /
    Weil man daraus corallen-zincken bricht?

    Nur einmahl bringt das ganze jahr uns nelcken /
    Dein blumen-busch bringts monatlich /
    Dein rosen-strauch mag nicht verwelcken /
    Sein dorn der hält bey dir nicht stich /
    Denn was die sanfften blätter macht /
    Das ist ein thau von der johannis-nacht.

    Kanst du gleich nicht die lenden hurtig rühren /
    Lobt man dich doch im stille stehn /
    Der augenblau wird leichtlich sich verlieren /
    Denn wirst du seyn noch eins so schön.
    Man sammlet / spricht die ganze welt /
    Viel besser frucht / wenn starcke blüte fällt.

    Laß mich darum doch keine fasten halten /
    Ein könig nimmt den schranck zwar ein /
    Doch muß er fort / wann sich die wasser spalten /
    Der geist muß ausgestossen seyn.
    Man geht / wie iedermann bekandt /
    Durch rothe meer in das gelobte land.

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      1. „Man geht / wie iedermann bekandt /
        Durch rothe meer in das gelobte land.“

        Das ist so wunderbar, wie dieses grandiose Bild. So reduziert & dabei oder dadurch so unendlich voll mit Geschichten, die man nicht sieht, sich aber selber erzählt.

        Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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  6. Spannend einfach, was dieses Bild in uns Betrachtern auslöst. Schon dafür scheint es sich gelohnt zu haben, es hier einzustellen.
    Spuren werden hinterlassen, während das Zeichen auf etwas hinweist, wenn ich Sie richtig verstanden habe. Hier sind die Spuren so unmittelbar, dass wir zunächst einmal zurückschrecken. Zu drastisch scheint hier etwas gezeigt zu sein, das allzumenschlich ist.

    mb

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