Fadenschein #46 – Auslage

Schaufenster eines leeren Ladengeschäfts
Fadenschein: Auslage

(c) Lakritze
(Draufklick für groß)

Mehr über Lakritze auf der Pixartix-Gästeseite und auf dem Stopfblog.

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10 Gedanken zu “Fadenschein #46 – Auslage

  1. Fadenscheiniges Vergnügen

    Beachtlich viele aufgegebene Büro- und Ladenflächen sind zu sehen und bieten dem launigen Spaziergänger Gelegenheit, die besondere Ästhetik der verlassenen und immer schäbiger werdenden Geschäftsräume zu entdecken. Durch die Leere und die dreckigen Fenster, in denen sich die Umwelt spiegelt, erhalten sie neue Anmutungsqualitäten. Der Blick stockt, da der Sog des Üblichen unterbrochen wird. Man verweilt und erkennt nach und nach die einstmaligen Orte des ökonomischen Überlebenskampfes als eine Bühne mit eigenwilligen Akteuren: abblätterende Farbe, Staub, verschmutzte Wände, übriggebliebenes Inventar, wechselnde Lichtverhältnisse und die Reflexionen des passageren Lebens auf den Trottoiren führen ihr veränderliches Spiel auf.
    Von all dem schien die alte Frau keinen blassen Schimmer zu haben, die neben mir vor dem Plakat „Leere Ladenflächen zu vermieten!“ stehen blieb und ansatzlos folgende Sätze an mich richtete: „Es graust einem, darüber nachzudenken, wohin das noch führen soll. Hoffentlich nicht in einen neuen Krieg.“ Kopfschüttelnd zog sie weiter und ließ einen verlegen dreinblickenden Freibeschäftigten zurück.

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    1. Herrje! .)) Als kriegte man Kriege wie Zug im Nacken …
      Um manche Läden ist es mir leid, und auch um die Wohnlichkeit der Innenstadt; aber dann betrachte ich das Kommen und Gehen mit einer gewissen Faszination. Was kommt? Was bleibt? Und wie lange? Mir persönlich ist es schleierhaft, wie man etwas verkauft; aber es scheint ziemlich schwierig zu sein.

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  2. zwar sind wir jetzt nicht auf der andern seite von florians „gewerbe zu vermieten“-schild, doch du hast wieder einen tollen übergang von außen nach innen (und wieder nach außen) geschaffen. ich hätte lust, diesen raum neu zu gestalten und in eine galerie mit pixartix-fotografien zu verwandeln.
    so, wie er jetzt ist, wirkt er trostlos, verlassen und unschlüssig … ein feines bild, das zum fabulieren einlädt. und zum träumen … 🙂

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  3. Die Leere ist fast fühlbar, Lakritze. Und die Veränderung ist faszinierend & melancholisch zugleich. Und die Einsamkeit dieser Orte zieht mich fast immer magisch an. So wie dieses Bild. Und das Spiel der blassen Farben … exquisit!

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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    1. Ich gebe zu, mir hatte es vor allem dieser verblichene Teppich angetan. Da sind sicher jahrelang Schaufensterdekorateurinnen in Socken draufgeklettert — nur die Sonne, die braucht nicht mal Schuhe, um alle Pracht zu … ja, was eigentlich? Bereichern, würde ich sagen …

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  4. War wohl einmal ein schicker Laden, der Farbwahl ist eine gewisse Ästhetik nicht abzusprechen. Aber das scheint alles Vergangenheit, und vielleicht wird die Sonne, die hier so schöne Spuren hinterließ, bald einen 1-Euro-Shop ausbleichen. Die Erinnerung wird der einzige Besitz des ehemaligen Inhabers bleiben.
    Ein feines Bild, das uns mit all seinen Geschichten sehr gefällt!
    Viele Grüße von uns,
    dm und mb

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