heimatlos # 6 – früecher

früecher

soso_heimatlose flasche vor kreuz_wz

ha d fläsche läär & d schnouze vou | easy come & easy go | & gly druuf chunnt o scho di nächschti buttle dra*
(Büne Huber | Patent Ochsner: früecher)

Pic: Copyright by Sofasophia
(Draufklick für groß)

Mehr über Sofasophia unter sie & er und in ihren Blogs (siehe Blogrolle).

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* Übersetzung: habe die flasche leer und die schnauze voll | komm locker & geh locker/bleib locker | & bald kommt auch schon die nächste buddel dran (Song: früher)

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15 Gedanken zu “heimatlos # 6 – früecher

  1. Halbvoll oder halbleer ist für den wahren Desperado keine Frage. Und in den Kehlen der einsamen Wanderer bleibt diese Flasche nicht lange heimatlos. Und wenn der Betrachter sich nicht in Deinen grandiosen Farben & der wahrhaft brillanten Ausschnittwahl verlieren würde, könnte auch doeser Heimatlosigkeit ein Ende gesetzt werden.

    Viele Grüße & weiterhin sichere Straßen, Fritsch.

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    1. seit ich diese flasche fotografiert habe – vor etwas mehr als einem jahr in einem französischen städtchen – sehe ich auf einmal überall halbleere, ähm, halbvolle flaschen beim abhängen. ihre heimatlosigkeit rührt mich irgendwie. aber wie du sagst: wahrscheinlich werden sie nicht lange allein bleiben?

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  2. Offensichtlich nur ein Restestillleben vom Kirchentag, doch in seiner Tiefenbedeutung eine von Klarsicht bestimmte Kontrastkopplung, denn bei beidem, dem Alkohol wie dem Glauben, opfert man den eigenen Verstand zugunsten einer wie auch immer gearteten „höheren Macht“: sacrificium intellectus.

    So könnte der Ideologiekritiker in mir räsonieren. Doch der ästhetisch ausgerichtete Augenmensch in mir genießt den Gegensatz von Flasche und Glasfenster-Kreuz und verliert sich in den von ihm ausgelösten Assoziationsschleifen, die sich immer wieder um das eine drehen:

    Wie werde ich heimisch in dieser Welt?

    Gruß, Uwe

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    1. dass die flasche das überbleibsel eines kirchentages ist, glaub ich nicht. diese kirche stand, so meine ich mich zu erinnern, zwischen anderen gebäuden eingezwängt und war kaum als kirche zu erkennen. mitten in einem franzöischen städtchen. nichtsdestotrotz ist diese kontrastkoppelung auch bei mir passiert. was war zuerst: die sehnsucht oder die höhere macht? und wenn ja, welche? *zwinker*
      die sehnsucht nach heimat – sie ist wohl so alt wie der menschliche verstand.

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  3. Ein feines Bild, liebe Soso, dessen Bearbeitung mir außerdem sehr gefällt: Der brüchig wirkende Rahmen des Fensters korrespondiert mit der Hoffnungslosigkeit dessen, der diese Flasche dort abgestellt hat. Als wäre die Hoffnung auf Hilfe und Unterstützung, Lebensmut und innerer Heimat dort abgestellt worden.

    Herzliche Grüße,
    mb

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    1. da hast du weitere aspekte des bildes erwähnt … diese brüchigkeit versuchte ich durch die farbliche überzeichnung zu verstärken. offenbar erfolgreich, wenn ich deine zeilen so lese. das freut mich.
      danke!

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  4. so traurig es ist, manche finden ihre Heimat oder Zuflucht nur noch in der Flasche … da ich bei dem Fenster an ein Kirchenfenster denken muss, denke ich auch, wie einsam es doch außerdem macht, wenn man keine Zuflucht findet, weder in Gott, noch in eine höhere Macht …
    liebe Grüße vom kalten Regenberg
    Ulli

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    1. heimat oder zuflucht?, frag ich mich grad. heimat ist gewiss zuflucht, aber ist zuflucht heimat?
      alkohol wärmt kurzfristig, heimat langfristig.
      wohl dem, der sie in sich drin gefunden hat.
      danke für deine zeilen, liebe ulli1

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  5. Der Gedanke, das es sich um ein KIrchenfenster handelt, drängt sich auf – das Kreuz. Der Alkohol ist ein Kreuz. Spontan muss ich bei diesem Bild natürlich an den heiligen Geist denken, spiritus sanctus. Amen. Dem einen ist Gott Zuflucht, dem anderen der Alkohol. Aber da muss es doch noch mehr Wege geben… Da hast du wieder einen guten Blick für spannende Motive gehabt, Soso!

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